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MIGRÄNE VERSTEHEN

Migräne-Symptome erkennen

Migräne ist weit mehr als nur Kopfschmerzen. Erfahre, welche typischen Symptome auftreten können, wie sie sich äußern und wann ärztlicher Rat sinnvoll ist.

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Migräne kann sich auf viele verschiedene Arten äußern. Nicht jeder Mensch erlebt dieselben Beschwerden.

Die häufigsten Symptome auf einen Blick

🤕 Kopfschmerzen

Migränekopfschmerzen unterscheiden sich deutlich von gewöhnlichen Kopfschmerzen. Sie werden häufig als stark, pulsierend oder pochend beschrieben und treten meist einseitig auf, können jedoch auch beide Kopfseiten betreffen. Die Schmerzen verstärken sich oft bei körperlicher Aktivität, Treppensteigen oder schnellen Bewegungen, weshalb viele Betroffene Ruhe suchen und alltägliche Aufgaben nur eingeschränkt bewältigen können.

Eine Migräneattacke kann zwischen vier und 72 Stunden andauern, wenn sie nicht behandelt wird. Während dieser Zeit treten häufig weitere Beschwerden wie Übelkeit, Licht-, Geräusch- oder Geruchsempfindlichkeit auf. Die Intensität der Schmerzen variiert von Person zu Person und kann von einer Attacke zur nächsten unterschiedlich sein.

Typisch für Migränekopfschmerzen ist, dass sie den Alltag erheblich beeinträchtigen. Viele Betroffene ziehen sich in einen ruhigen, abgedunkelten Raum zurück, um äußere Reize zu vermeiden und sich zu erholen. Treten Kopfschmerzen plötzlich ungewöhnlich stark auf oder gehen sie mit Symptomen wie Lähmungen, Sprachstörungen oder Bewusstseinsstörungen einher, sollte umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

🤢 Übelkeit

Übelkeit gehört zu den häufigsten Begleitsymptomen einer Migräne und kann die Belastung während einer Attacke zusätzlich verstärken. Manche Betroffene verspüren lediglich ein flaues Gefühl im Magen, während andere unter starker Übelkeit oder sogar Erbrechen leiden. In einigen Fällen ist die Übelkeit so ausgeprägt, dass Essen, Trinken oder die Einnahme von Medikamenten erschwert werden.

Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass während einer Migräne bestimmte Bereiche des Gehirns sowie das vegetative Nervensystem beeinflusst werden. Dadurch kann sich die Magenentleerung verlangsamen, was Übelkeit und Erbrechen begünstigt.

Viele Betroffene empfinden Ruhe, einen abgedunkelten Raum und ausreichend Flüssigkeit als angenehm. Bei starker oder wiederkehrender Übelkeit können Ärztinnen und Ärzte spezielle Medikamente gegen Übelkeit empfehlen, die häufig zusammen mit Migränemedikamenten eingesetzt werden. Halten die Beschwerden ungewöhnlich lange an oder treten sie erstmals in dieser Form auf, sollte eine medizinische Abklärung erfolgen.

💡 Lichtempfindlichkeit

Lichtempfindlichkeit, auch Photophobie genannt, zählt zu den häufigsten Symptomen einer Migräne. Während einer Attacke können selbst normales Tageslicht, helle Lampen oder Bildschirme als unangenehm oder sogar schmerzhaft empfunden werden. Viele Betroffene verspüren das Bedürfnis, sich in einen ruhigen und möglichst abgedunkelten Raum zurückzuziehen, um die Reizbelastung zu verringern.

Der Grund dafür liegt in der veränderten Reizverarbeitung des Gehirns während einer Migräne. Sinneseindrücke wie Licht werden intensiver wahrgenommen als gewöhnlich, wodurch die Beschwerden zusätzlich verstärkt werden können. Häufig tritt die Lichtempfindlichkeit gemeinsam mit Geräuschempfindlichkeit, Übelkeit oder starken Kopfschmerzen auf.

Um die Beschwerden zu lindern, kann es helfen, grelles Licht zu vermeiden, Vorhänge zu schließen oder eine Schlafmaske zu verwenden. Auch das Reduzieren der Bildschirmhelligkeit oder das Tragen einer Sonnenbrille im Freien wird von vielen Betroffenen als angenehm empfunden. Ist die Lichtempfindlichkeit besonders stark oder tritt sie unabhängig von einer Migräne auf, sollte sie ärztlich abgeklärt werden.

🔊 Geräuschempfindlichkeit

Geräuschempfindlichkeit, auch Phonophobie genannt, ist ein häufiges Begleitsymptom einer Migräne. Während einer Attacke können selbst alltägliche Geräusche wie Gespräche, Musik, Verkehrslärm oder das Klappern von Geschirr als unangenehm oder schmerzhaft empfunden werden. Viele Betroffene bevorzugen deshalb eine ruhige Umgebung, um die Reizbelastung möglichst gering zu halten.

Während einer Migräne verarbeitet das Gehirn Sinneseindrücke anders als gewöhnlich. Geräusche werden intensiver wahrgenommen und können die Kopfschmerzen verstärken oder das allgemeine Unwohlsein erhöhen. Häufig tritt die Geräuschempfindlichkeit gemeinsam mit Lichtempfindlichkeit, Übelkeit und pulsierenden Kopfschmerzen auf.

Um die Beschwerden zu lindern, hilft es vielen Betroffenen, sich in einen ruhigen Raum zurückzuziehen und störende Geräusche zu vermeiden. Ohrstöpsel oder geräuschdämmende Kopfhörer können ebenfalls als angenehm empfunden werden. Tritt eine ausgeprägte Geräuschempfindlichkeit außerhalb einer Migräneattacke oder zusammen mit ungewöhnlichen neurologischen Symptomen auf, sollte sie ärztlich abgeklärt werden.

👁️ Sehstörungen

Sehstörungen gehören bei vielen Betroffenen zu den ersten Anzeichen einer Migräne und treten häufig im Rahmen einer Migräne mit Aura auf. Typisch sind flimmernde Lichtblitze, Zickzacklinien, blinde Flecken im Gesichtsfeld oder verschwommenes Sehen. Die Beschwerden entwickeln sich meist allmählich und verschwinden in der Regel innerhalb von 5 bis 60 Minuten wieder.

Die Sehstörungen entstehen nicht durch eine Erkrankung der Augen, sondern durch vorübergehende Veränderungen der Gehirnaktivität in den Bereichen, die für das Sehen zuständig sind. Bei vielen Menschen folgen nach der Aura die typischen Migränekopfschmerzen, bei anderen können die Sehstörungen auch ohne anschließende Kopfschmerzen auftreten.

Während einer Aura sollten Betroffene nach Möglichkeit auf das Autofahren oder das Bedienen von Maschinen verzichten, bis die Symptome vollständig abgeklungen sind. Treten Sehstörungen erstmals auf, halten sie ungewöhnlich lange an oder gehen sie mit Lähmungen, Sprachstörungen oder anderen neurologischen Ausfällen einher, sollten sie umgehend ärztlich abgeklärt werden.

😵 Schwindel

Schwindel kann bei einigen Menschen während einer Migräneattacke auftreten und das Gleichgewicht sowie die Orientierung beeinträchtigen. Betroffene beschreiben häufig das Gefühl, dass sich der Raum dreht, sie unsicher auf den Beinen sind oder ihnen plötzlich „schwarz vor Augen“ wird. Die Beschwerden können bereits vor den Kopfschmerzen beginnen, während der Attacke auftreten oder noch in der Erholungsphase anhalten.

Die Ursache liegt vermutlich in der veränderten Verarbeitung von Sinnesreizen im Gehirn. Bei manchen Menschen ist der Schwindel nur leicht ausgeprägt, während andere ihren Alltag dadurch kaum noch bewältigen können. Häufig tritt Schwindel zusammen mit Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit oder einer Migräne mit Aura auf.

Während einer Schwindelphase hilft es vielen Betroffenen, sich hinzulegen, plötzliche Bewegungen zu vermeiden und sich in einer ruhigen Umgebung auszuruhen. Tritt der Schwindel erstmals auf, ist er besonders stark oder hält er ungewöhnlich lange an, sollte er ärztlich abgeklärt werden, um andere mögliche Ursachen auszuschließen.

Eine Migräne verläuft häufig in mehreren Phasen. Nicht jede betroffene Person erlebt alle Phasen, und ihre Dauer sowie Intensität können von Attacke zu Attacke unterschiedlich sein.

Die vier Phasen einer Migräne

1. Vorbotenphase (Prodromalphase)

Bereits Stunden oder sogar ein bis zwei Tage vor den eigentlichen Kopfschmerzen können erste Anzeichen auftreten. Dazu gehören Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Heißhunger, häufiges Gähnen, Stimmungsschwankungen oder Nackenverspannungen. Nicht alle Betroffenen nehmen diese Vorboten bewusst wahr.

2. Aura

Etwa jeder dritte Migränebetroffene erlebt vor den Kopfschmerzen eine Aura. Typische Symptome sind flimmernde Lichtblitze, Zickzacklinien, Gesichtsfeldausfälle oder Kribbeln in Armen oder Gesicht. Die Aura dauert meist zwischen fünf und 60 Minuten und bildet sich vollständig zurück.

3. Kopfschmerzphase

In dieser Phase treten die typischen Migränekopfschmerzen auf. Sie sind häufig pulsierend, mittel bis stark ausgeprägt und meist einseitig. Begleitend können Übelkeit sowie eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen oder Gerüchen auftreten. Ohne Behandlung kann diese Phase zwischen vier und 72 Stunden andauern.

4. Erholungsphase (Postdromalphase)

Nach dem Abklingen der Kopfschmerzen fühlen sich viele Betroffene noch erschöpft, müde oder unkonzentriert. Manche berichten über ein Gefühl wie nach einer Grippe oder einen „Kater“. Bis der Körper sich vollständig erholt hat, können noch ein bis zwei Tage vergehen.

Frau mit Migräneschmerzen

DIE BESCHWERDEN VERSTEHEN

Wie äußert sich eine Migräne?

Migräne ist weit mehr als nur ein starker Kopfschmerz. Viele Betroffene leiden zusätzlich unter Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit sowie Konzentrationsproblemen. Die Beschwerden können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und sich von Attacke zu Attacke verändern. Manche Menschen erleben außerdem Sehstörungen oder andere neurologische Symptome, die bereits vor den Kopfschmerzen auftreten können.

WARNZEICHEN ERKENNEN

Wann solltest du ärztlichen Rat einholen?

  • die Kopfschmerzen plötzlich und außergewöhnlich stark einsetzen.
  • erstmals nach dem 50. Lebensjahr migräneartige Beschwerden auftreten.
  • Lähmungen, Sprachstörungen oder Bewusstseinsstörungen hinzukommen.
  • die Beschwerden deutlich länger als gewöhnlich anhalten.
  • Fieber, Nackensteifigkeit oder starke Verwirrtheit auftreten.
  • sich deine bekannten Migräne-Symptome plötzlich deutlich verändern.

Hier findest du Antworten auf die häufigsten Fragen rund um Migräne-Symptome – von den ersten Anzeichen über die Dauer einer Attacke bis hin zu Warnsignalen, bei denen du ärztlichen Rat einholen solltest.

Häufig gestellte Fragen zu Migräne-Symptomen

FAQ